Liquiditätskrise von Evergrande verschärft sich durch den drohenden Abriss illegaler Gebäude

Die Liquiditätskrise des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande scheint sich immer weiter zuzuspitzen. Nach bereits mehreren Zahlungsausfällen in den letzten Monaten des alten Jahres kommt nun noch ein von den Behörden angeordneter Abriss von insgesamt 39 Luxusimmobilien hinzu.

Dadurch weitet sich auch die Negativspirale weiter aus, die nicht nur dem chinesischen Immobilienmarkt, sondern auch den internationalen Finanzmärkten Sorge bereitet.

Seit Wochen keine Zahlungen mehr

Bereits im vergangenen Jahr haben die Schlagzeilen rund um den zweitgrößten chinesischen Immobilienkonzern Evergrande die Nachrichten beherrscht. Evergrande soll einen Schuldenberg von gut 300 Milliarden US-Dollar angehäuft haben und dazu auch noch durch horrende außerbilanzielle Verbindlichkeiten belastet sein.

Bereits mehrere Zinstermine hat der chinesische Immobilienriese verpasst, darunter zuletzt kurz vor dem Jahreswechsel eine Zahlung auf zwei Offshore-Anleihen in Höhe von 255 Millionen US-Dollar.

Die Ratingagenturen S&P und Fitch bewerten die Geschehnisse rund um Evergrande längst als einen teilweisen Zahlungsausfall und zum Ende dieser Woche werden erneut Zinszahlungen von insgesamt 68,6 Millionen US-Dollar für eine inländische Anleihe fällig.

So wie sich die Lage des chinesischen Immobilienriesen in den vergangenen Wochen zugespitzt hat, werden die am Wochenende fälligen Zinszahlungen wahrscheinlich ebenfalls ausbleiben.

Ein angeordneter Abriss verschärft die Lage

Die an sich schon prekäre Situation des chinesischen Immobilienkonzerns hat sich nun durch einen behördlich angeordneten Abriss von 39 Luxusimmobilien auf der Insel Hainan zusätzlich verschärft.

Die luxuriösen Ferienimmobilien müssen aufgrund fehlender Baugenehmigungen binnen 10 Tagen abgerissen werden. Die Immobilienfirma hat aber von den 39 illegal erstellten Objekten bereits 20 verkauft, sodass eine Rückerstattung des Kaufpreises an die Immobilienkäufer zu erwarten ist. Die drohenden Rückerstattungen bringen Evergrande nun noch zusätzlich in Bedrängnis.

Aktie vom Handel ausgesetzt

Bereits im Oktober, kurz nach dem Bekanntwerden der Liquiditätsprobleme wurden die Aktien des Immobilienkonzerns kurzfristig vom Handel an der Börse in Hongkong ausgesetzt. Auch jetzt, nach dem Bekanntwerden der behördlich angeordneten Abrisse, hat Evergrande seine Aktien erneut vom Handel aussetzen lassen.

Daraufhin gerieten auch die Aktien einiger anderer chinesischer Immobilienfirmen unter Druck. Die Sorge, dass sich die Evergrande-Krise nun doch noch auf weitere chinesische Immobilienentwickler auswirken könnte, ist also berechtigt.

Eine Negativspirale könnte in Gang gesetzt werden

Nicht wenige Finanzexperten sind durch die jüngsten Entwicklungen äußerst besorgt. Bislang wurde in China laut Untersuchungen etwa drei Viertel des privaten Vermögens  in Immobilien angelegt.

Die Evergrande-Krise könnte jedoch dazu führen, dass der Glaube an eine Wertanlage in Immobilien völlig verloren geht und das könnte sich auch negativ auf die internationalen Finanzmärkte auswirken.

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